1. Mai um 19:30 Uhr
Nina Osina, Violine
Theodoros Koskinas, Vibraphon, Marimba, Trommel
Michael Töpel, Tamtam
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Inventionen Nr. 1, 4, 6, 8, 9, 15
John Cage (1912-1992)
Sechs Melodien
Ulli Götte (*1954)
"rencontres" für Violine, Vibraphon, Perkussion und Zuspielband
Michael Töpel (*1958)
„Palinsesto" Sonatine für Violine und kleine Trommel (2026, UA)
Rencontres – Begegnungen
Ein Programm für Violine und Schlagzeug
mit Werken von Bach und zeitgenössischer Musik
Viele Arten von Begegnungen prägen dieses außergewöhnliche Programm! Eine davon ist
die von Bachs Werken mit Musik aus dem 20 und 21 Jahrhundert; eine andere zeigt sich in
der ganz besonderen instrumentalen Begegnung Violine und Schlagzeug! Die eingesetzten
Schlaginstrumente verfügen über ein erstaunliches Repertoire an Klangfarben, je nachdem,
wo und mit welchem Schlägel sie angeschlagen werden. Der Schlägel-Anschlag ist eine
Begegnung wie auch das Streichen oder Zupfen der Violinsaiten.
Eine Auswahl von Bachs zweistimmigen Inventionen wird auf der Violine und auf dem
Marimbaphon gespielt. Die Begegnung dieser stark kontrastierenden Instrumente lässt die
Polyphonie und die Individualität beider Parts apart hervortreten!
Es begegnen einander Werke von Bach und Kompositionen von Ulli Götte („Rencontres“ für
Violine, Vibraphon, Perkussion und Zuspielband, 2019), von Michael Töpel („Palinsesto“,
Sonatine für Violine und kleine Trommel, 2026 eigens für dieses Programm komponiert) und
von John Cage („Sechs Melodien“, 1950). Aus dieser Verschränkung von Bachs Werken mit
zeitgenössischer Musik erwächst eine subtile stilistische Polyphonie, die auch überraschende
Zusammenhänge in der Klangrede historischer und zeitgenössischer Musik aufscheinen lässt.
Ein „Palimpsest“ (ital.: Palinsesto) ist ein mittelalterliches Pergament, welches abgeschabt und danach neu beschrieben wurde. Pergament war sehr teuer, daher wurde es erneut
benutzt.
Mehr oder weniger deutlich kann bei Palimpsesten die ursprüngliche Beschriftung
durchschimmern, so dass man stellenweise erkennen oder erahnen kann, was zuerst auf dem
Pergament notiert worden war. Aus dieser Relation zweier semantischer Schichten ergab sich
die kompositorische Idee. Der Untertitel „Sonatine“ deutet auf die Übernahme von Aspekten
der historischen Sonatenhauptsatzform: Auch in formaler Hinsicht begegnen wir der Idee der
Überschreibung und einer durchschimmernden älteren Schicht. Die z.T. metrisch frei
auszuführende Introduktion mündet unmittelbar in den „Allegro giocoso“ bezeichneten
Sonatensatz.
Michael Töpel
Theodoros Koskinas wurde 1999 auf Korfu geboren. Im Jahr 2007 begann er seine ersten Musikstunden an der Philharmonischen Gesellschaft von Korfu. 2011 setzte er sein Studium am
Ionio-Konservatorium von Korfu in der Schlagzeugklasse von Marios Mouzakitis fort, wo er mit der Note „Ausgezeichnet“ und dem Ersten Preis abschloss. Er besitzt außerdem Diplome in Harmonie und
Kontrapunkt mit der Note „Ausgezeichnet“, unterrichtet von Spyros Rouvas.
Danach setzte er seine Studien an der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“ fort, wo er den Bachelor-Abschluss im Fach Schlagzeug in der Klasse von Sven Pollkötter sowie den Abschluss in
Ensembleleitung in der Klasse von Thomas Pieper erwarb.
Er trat bei Festivals auf, darunter das Paxos Festival, das Preveza Festival und der Musikalische April auf Lefkada, sowie beim internationalen Tanzfestival One Small Step. Außerdem spielte er in
bedeutenden Sälen wie dem Megaron Mousikis Athen, der Carnegie Hall, dem Concertgebouw Amsterdam, der St. Martin-in-the-Fields, der Great Hall of the People in Peking und dem Grand Theater Shanghai,
ebenso in vielen Städten Deutschlands.
Er nahm an Meisterkursen teil bei Peter Prommel, Raymond Curfs, Wieland Welzel, Jean-Batiste Leclere, Theodor Milkov, Arend Weitzel, David Punto, Spyros Lampouras und Alexandros Giovanos.
Im Jahr 2013 wurde er nach einem Auswahlverfahren unter die acht Finalisten des Yamaha-Wettbewerbs gewählt. 2015 erhielt er vom Rotary Club Korfu eine Auszeichnung als bester Student der
Philharmonischen Gesellschaft von Korfu. 2014 spielte er nach erfolgreichem Probespiel mit dem Staatlichen Orchester Thessaloniki am Europäischen Musiktag, und 2016 nahm er an der Eröffnung des
Stavros Niarchos Kulturzentrums mit dem Werk Inuksuit teil. 2023 gewann er den zweiten Preis beim „Peredur Wettbewerb 2023“ der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“. Im selben Jahr wurde er
Teilnehmer der „Epoche F“-Akademie des Ensemble Modern in Deutschland. 2025 erhielt er das Richard Wagner-Stipendium des Wagner-Verbands Kassel.
Er wirkte als Schlagzeuger und Pauker mit bei der Kinderchor Korfu, dem Ionian Brass Ensemble, dem Städtischen Orchester Athen, der Athens Philharmonic und der Athens Philharmonia Orchestra. Er ist
festes Mitglied unter anderem des Malta Philharmonic Orchestra, des Göttinger Symphonieorchesters, des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode und von Musika Assoluta.
Als Solist trat er auf mit der Blasorchester der Philharmonischen Gesellschaft Skripero, der Philharmonischen Gesellschaft von Korfu, den Schlagzeugensembles des Ionio-Konservatoriums sowie der
Philharmonischen Gesellschaft und dem Schulorchester des Musikgymnasiums Korfu. Darüber hinaus arrangierte und transkribierte er zahlreiche Opern- und klassische Werke für Schlagzeugensembles.
Seit 2017 ist er aktives Mitglied des Griechischen Jugendsinfonieorchesters (Greek Youth Symphony Orchestra – GYSO). Außerdem ist er Mitglied der Philharmonischen Gesellschaft von Korfu und ihres
Sinfonieorchesters, des Philharmonischen Vereins Skripero sowie der Schlagzeugensembles dieser Institutionen und des Ionio-Konservatoriums.
Von 2017 bis 2019 unterrichtete er Schlagzeug im Philharmonischen Verein Skripero und am Ars Nova Konservatorium Ioannina.
Seit 2024 ist er Schlagzeuglehrer an der Musikschule Schwalm-Eder-Nord und an der Musikschule Kassel in Deutschland.
Ev. Kirche Rothenditmold