Nina Osina
Nina Osina

8.September 2017 um 18 Uhr

Solitude

Musik für Violine solo

 

Kompositionen von Heinrich Ignaz Franz Biber, Johann Sebastian Bach, Béla Bartók, Hans Werner Henze

 

Ev. Erlöserkirche Harleshausen

Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) komponierte neben Opern vor allem Tafel- und Kirchenmusik. Er galt als der bedeutendste deutsche Geiger des 17. Jahrhunderts.  Er erweiterte die Technik der Violine um das Spiel in höheren Lagen und vermehrten Gebrauch von Doppelgriffen und Akkorden. Zu seinen heute bekanntesten Werken zählen die um 1675 entstandenen "Rosenkranzsonaten": Fünfzehn Violinsonaten mit Generalbassbegleitung, eine "Verherrlichung der 15 Mysterien aus dem Leben Mariae". Diesen Sonaten hat Biber die Passacaglia für Violine ohne Generalbassbegleitung hinzugefügt und ihr als Motto den „Schutzengel eines Kindes“ nach einem Kupferstich vorangestellt. Grundlage der Komposition ist ein basso-ostinato-Motiv (die ersten vier Töne einer fallenden Moll-Tonleiter), aus dem 60 kunstvolle Varianten

(Unter Verwendung eines Textes von Hanwig Röhm)

 

Unter Hans Werner Henzes Kammermusikwerken finden sich diverse Kompositionen, die als persönliche Widmungen zugedacht waren. Auch der Ländler für Solovioline von 1977 dürfte dazugehören, allerdings ist der Adressat der Widmung nicht bekannt. Für Manfred ist dem ehem. Leiter der Musikabteilung des WDR Manfred Graeter, einem Jugendfreund Henzes, gewidmet. Peter Doll zum Abschied ist eine Hommage an den 1999 verstorbenen langjährigen Generalintendanten der Württembergischen Staatstheater Stuttgart, mit dem Henze in seiner Stuttgarter Zeit zusammengearbeitet hatte. Das Stück wurde anläßlich der Trauerfeier an Neujahr 2000 in der Bearbeitung von Joachim Schall aufgeführt.

(Nach Texten von Ulrich Mosch und Claus Cornian)

 

Yehudi Menuhin erwähnt in seinen Lebenserinnerungen seine Bitte an Béla Bartók: jener möge etwas für ihn schreiben. Während Menuhin eher an ein kleines Werk gedacht hatte, entstand tatsächlich eine mächtige Komposition mit epochalem Anspruch: "Ich ahnte damals nicht, dass er eines der Meisterwerke aller Zeiten für mich schreiben würde."

Die viersätzige Solosonate steht ganz in der jahrhundertealten Tradition der Gattung, ausgehend von der barocken »Sonata senza basso« mit ihrer Viersätzigkeit und den individuellen Charakteren der einzelnen Sätze. Beispiele für die historischen Vorbilder sind z.B. Johann Sebastian Bachs Sei Solo à Violino senza Basso accompagnato (BWV 1001–1006), Max Regers Vier Sonaten für die Violine allein op. 42 (1900), Eugène Isaye Six sonates pour violon seul op. 27, Paul Hindemiths drei Sonaten für Violine allein oder entsprechende Kompositionen von Karl Amadeus Hartmann und einigen anderen herausragenden Komponisten des 20. Jahrhunderts.

(Unter Verwendung eines Textes von Stefan Drees)

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