Nina Osina
Nina Osina

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Freunde des Kammermusiksalons Humboldt 1a,

 

es tut mir Leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass das Programm am 30. August nicht wie geplant ausgeführt werden kann. Aufgrund eines schweren grippalen Infekts musste Johannes Raab seine Teilnahme absagen. Glücklicherweiser konnte ich den Violinisten und Bratschisten Rüdiger Spuck für ein Ersatzprogramm gewinnen. Das Duo KV 424 von Mozart wird in der Original-Fassung gespielt; statt Ravel wird die Sonate für zwei Violinen solo (Sonate pour deux violins seuls) von Eugene Ysaye aufgeführt. Als Intermezzo zwischen zwei Werken - Moderato con spirito von dem Belgier Charles-Auguste de Bériot in e-Moll.

 

Wir hoffen auf Ihr Verständnis und freuen uns sehr Sie am Freitag begrüßen zu dürfen.

 

Bis dahin wünschen wir Ihnen eine angenehme Woche,

Nina Osina und Humboldt 1a Team

30. August 2019 um 18 Uhr

Duoabend - Frankreich - und Drei-Gänge-Menü

 

Nina Osina, Violine

Johannes Raab, Violoncello


Wolfgang Amadeus Mozart - Duo für Violine und Violoncello B-Dur KV 424
Maurice Ravel - Sonate für Violine und Violoncello

"A la mémoire de Claude Debussy"

 


MENÜ - Klassisch französisch


Honigbrioche und Ziegenfrischkäse
an Wildkräutersalat mit Nüssen und Lavendelblüten
___
Rosa gebratene Barbarie Entenbrust auf knackigem Sommergemüse und Rissolee-Kartoffeln
oder
Seeteufel Medaillon auf Sellerie-Kartoffelstampf und Karotten-Korianderjus
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Vanille Créme brûlee Spezial

( € 80,- pro Person, inkl. Aperitif, Konzert und Menü)

Programm:
18.00 Aperitif
18.30 Konzert
19.30 Menü

Reservierungen unter der Nummer 0561 766 49 755 oder per E-Mail: info@humboldt1a.de möglich

Seine beiden Duos für Violine und Viola schrieb Wolfgang Amadeus Mozart bei seinem letzten Aufenthalt in seiner Heimatstadt. Im Sommer 1783 reiste er von Wien nach Salzburg, um seinem Vater endlich seine Ehefrau Constanze vorzustellen. Es war eine unterkühlte Begegnung, denn das Misstrauen gegen die „Weberische“ Schwiegertochter saß tief, sowohl beim alten Witwer Leopold als auch bei Mozarts Schwester Nannerl.

Kaum war Mozart in seiner Vaterstadt eingetroffen, als ihn sein alter Kollege Michael Haydn um einen Gefallen bat: Der Salzburger Domorganist und jüngere Bruder des berühmten Joseph Haydn hatte von Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo den Auftrag erhalten, sechs Duos für Geige und Bratsche zu schreiben – zum Plaisir des Geige spielenden Serenissimus. Nach dem vierten Stück versagte freilich Haydns Inspiration – vielleicht ertränkt im Alkohol, dem er allzu hemmungslos zusprach. Die Zeit drängte, also sprang Mozart kurzerhand ein und schrieb die beiden noch fehlenden Duos. Michael Haydn soll sie zeitlebens zum Andenken an diesen Freundesdienst besonders gehütet haben.

Für Mozart war die Notsituation des Freundes eine willkommene Gelegenheit, seinem verhassten ehemaligen Dienstherrn zwei eigene Werke unter dem Namen Michael Haydns unterzuschieben. Ob der Fürsterzbischof, der durchaus solide Geige spielte, den Unterschied bemerkte und den wahren Urheber der beiden Duos erriet? Schon die technischen Hürden dürften ihm unangenehm aufgestoßen sein, denn der aus Salzburg verstoßene Mozart kannte die geigerischen Stärken und Schwächen des Serenissimus genau, hatte Colloredo doch die Angewohnheit, im Hofkonzert Sinfonien am Pult der ersten Geige mitzustreichen.
(Quelle: www.kammermusikführer.de)

 

Die Sonate für zwei Violinen solo von Eugéne Ysaye hat eine ganz besondere Widmungsträgerin: Königin Elisabeth von Belgien. Ihre königliche Majestät war Schülerin von Eugène Ysaÿe. Mit ihm hat Elisabeth oft zusammen musiziert und auch den berühmten Musikwettbewerb, den "Concours Reine Elisabeth" in Brüssel, ins Leben gerufen. Heute ist es einer der bedeutendsten Musikwettbewerbe weltweit. 
Doch Eugène Ysaÿe und Königin Elisabeth verband sicher mehr als nur Freundschaft, und die Musik der Duosonate beweise dies eindeutig, sagt Ingolf Turban: 

"Es ist ein Freundschaftsbeweis - ja wohl auch ein bisschen Liebesbeweis. Es ist höchstromantische Musik an ihrem harmonischen Ende, ausgereizte harmonische Tricksereien, möchte ich fast behaupten - so wirklich im Abendrot, im Abendleuchten der untergehenden romantischen Sonne. Ein bisschen tragisch auch. Das hat womöglich mit einer Liebe zu tun, mit dieser großen Frau zu tun. Wie lange hält die Liebe? Wann geht sie unter?" (Ingolf Turban)

Ob die beiden die Sonate je zusammen gespielt haben? Darüber ist nichts bekannt. Falls ja, dann muss die Königin Elisabeth über hohe geigerische Virtuosität verfügt haben. Das dreisätzige Werk verlangt in den beiden absolut gleichwertigen Soloparts den Interpreten einiges ab. Die abwechslungsreiche Partitur ist gespickt mit Doppelgriff- und Akkordpassagen, Staccato-Läufen und Ricochet-Arpeggien. Unfassbar, dass diese harmonisch prachtvolle und zwischen Bach-Adaption, schwärmerischer Klangekstase und brillantem romantischen Virtuosentum angesiedelte Musik noch heute so unbekannt ist. Vielleicht weil sie zum Zeitpunkt der posthumen Erstveröffentlichung als spätromantischer Anachronismus so gar nicht in die neue musikalische Landschaft passte?

(Quelle: BR-Klassik)

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© Nina Osina